Kindersitze

Aus früheren Zeiten kennt man vielleicht noch die Freude der Kinder zum zwölften Geburtstag, wenn sie endlich im Auto vorne sitzen durften. Das dürfen sie heutzutage auch schon als Baby - aber nur in einem geeigneten Kindersitz.

Die Regel:
Kinder, die unter 12 Jahre alt sind, müssen auf allen Plätzen im Fahrzeug in einer altersgerechten Rückhalteeinrichtung (Kindersitz) Platz nehmen. Dabei spielt es gesetzlich keine Rolle mehr, ob sie auf der Rückbank oder vorne rechts sitzen.

Der Fahrer ist dafür verantwortlich, dass jedes Kind richtig gesichert wird. Es drohen ansonsten Bußgeld sowie Punkte in Flensburg bei Nichtbefolgen der Vorschrift. Auch für Kinder von Bekannten, die man zum Beispiel gefälligkeitshalber mitnimmt, hat man diese Verantwortung.

Ausnahmen:
Kinder, die bereits 150 cm groß sind, dürfen ohne spezielles Kinder-Rückhaltesystem mitfahren, egal wie alt. Hier ist dann die Benutzung des normalen Sicherheitsgurtes vorgeschrieben.
Es gibt eine sehr gefährliche (und deshalb verbotene) Kombination von Kinder-Rückhalteeinrichtungen und Airbag: Wenn der Kindersitz nämlich entgegen der Fahrtrichtung befestigt werden muss, könnte ein Airbag im Falle des Auslösens dem Kind schaden, indem er es zwischen Kindersitz-Lehne und Beifahrersitz-Lehne kurz aber heftig zusammenquetscht.

Um das zu verhindern, dürfen Kindersitze nur dann nach hinten gerichtet montiert werden (also mit der Rückenlehne in Richtung Windschutzscheibe), wenn der Beifahrersitz-Airbag während der Beförderung abgeschaltet wird oder wenn sich vor dem Beifahrersitz überhaupt kein Airbag befindet.

Die entsprechende Vorschrift befindet sich in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) in 35a Absatz 10.
Aus der Art des Kindersitzes ergibt sich die Befestigungsweise. Es ist natürlich nicht erlaubt, einen Kindersitz entgegen seiner Bauart verkehrt herum einzubauen. Aus diesem Grunde sollte vor dem Kauf des Sitzes geklärt werden, in welcher Richtung er montiert werden kann.

Zur Erinnerung an die potenzielle Airbag-Gefahr muss in einem Fahrzeug mit Beifahrer-Airbag ein Hinweis deutlich sichtbar angebracht sein. Benutzt man Kindersitze, die in Fahrtrichtung montiert werden, gibt es mit dem Airbag kein Problem. Empfehlenswert als sicherster Platz im Auto ist jedoch aus Sicht der Unfallforschung, wenn möglich, den Kindersitz auf dem mittleren Sitz der Rückbank zu montieren.

Bitte entfernen Sie den Aufkleber nicht, auch wenn Sie nie Kinder mitnehmen. Der spätere Käufer Ihres Fahrzeugs möchte schließlich auch über die Gefahr informiert sein. Kinder, die unter zwölf Jahren und kleiner als 1,50 Meter groß sind, müssen laut Gesetz ( 21, Straßenverkehrsordnung) in einem amtlich genehmigten und für das Kind geeigneten Kinderrückhaltesystem mitgenommen werden - auch bei noch so kurzen Strecken! Amtlich genehmigt sind Kinderrückhaltesysteme, die der ECE-Regelung 44 entsprechen (aktuelle Norm: ECE-R44-03). Der Sitz muss dem Alter, der Größe und dem Gewicht des Kindes entsprechen, deshalb sollte das Kind beim Kauf mit dabei sein.

Säuglinge werden - am besten auf dem Rücksitz - in einem gesicherten Babysitz liegend befördert. Wer sein Kind trösten, stillen oder beruhigen möchte, sollte das Auto sicher abstellen und erst dann das Kind aus seinem Sitz nehmen.

Das Kind sollte konsequent an richtiges Angurten gewöhnt werden, Eltern haben auch hier Vorbildfunktion.

Auch im Taxi müssen die kleinen Mitfahrer kindgerecht gesichert werden. Eltern sollten deshalb der Taxizentrale mitteilen, dass ein Kind mitfährt.


Welches System für welches Alter?

Schutz für das Baby
Gruppe 0: bis 10 kg / Gruppe 0+: bis 13 kg)
In einer Wippe oder einer einfachen Tragetasche ist das Baby bei einem Unfall nicht geschützt. Der richtige Begleiter für eine sichere Beförderung des Babys im Auto ist eine sogenannte Babyschale oder Autowiege, die sowohl auf dem Rücksitz als auch auf dem Beifahrersitz - mit Blickkontakt zum Fahrer - installiert werden kann. Die Autowiege wird entweder mit einem speziellen Gurt oder mit dem üblichen Autogurt (Dreipunktgurt) befestigt.Über die Wiege kann ein Sicherheitsnetz gespannt werden, damit das Baby nicht herausgeschleudert werden kann. Das Baby sollte mit dem Kopf zur Wagenmitte liegen, um den Kopf bei Seitenauffahrunfällen so gut wie möglich zu schützen.

Rückwärts gerichtete Systeme dürfen nicht in Verbindung mit einem Airbag auf der Beifahrerseite verwendet werden, hier muß der Rücksitz verwendet werden; ebenfalls mit dem Rücken zur Fahrtrichtung.

Anschnallzeit:
Achten Sie darauf, dass ein Baby, das noch nicht selbständig sitzen kann, nicht mehr als 30 Minuten in einem Babystuhl sitzen sollte. Fährt es nicht täglich im Auto, sind einzelne längere Fahrten möglich, allerdings mit regelmäßigen Pausen.

Schutz für Kleinkinder
(Gruppe I: 9 bis 18 kg)
Kleinkinder sind als Auto-Fahrgäste in sogenannten Schalensitzen bestens aufgehoben. Das Kind kann sitzen, benötigt aber eine Sitzhilfe. Für Kinder dieser Altersgruppe gibt es Autositze, die entweder auf dem Beifahrersitz oder auf den Rücksitzen befestigt werden können. Es gibt Modelle, in denen das Kind mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzt; diese Modelle sind am empfehlenswertesten. Auch eine zweite Art, bei denen das Kind in Fahrtrichtung sitzt, ist zulässig. Beide müssen Sie mit dem Dreipunktgurt befestigen.

Viele Sitze bieten neben der Sitz- auch eine Ruhe- und eine Schlafposition an.

Befolgen Sie bitte genau die vom Hersteller mitgelieferte Einbauanleitung!

Schutz für ältere Kinder
(Gruppe II und III: 15 bis 36 kg)
Ist das Kind ca. 4 Jahre alt können Sitzkissen oder Kindersitze, die für die jeweilige Gewichtsklasse zugelassen sind. Die Sitze werden auf dem Rücksitz platziert - das Kind sitzt in ihnen mit dem Gesicht zur Fahrtrichtung. Auch diese Sitze müssen Sie mit dem Dreipunktgurt befestigen.

Auch hier reicht der Erwachsenengurt allein zur sicheren Beförderung noch nicht aus.

Damit Ihr Kind auf längeren Fahrten auch problemlos schlafen kann, wurden in der Höhe verstellbare Schlafstützen entwickelt. Die auch im Handel erhältlichen Sitzunterlagen bieten dagegen keinerlei Stütze für Rücken, Nacken und Kopf. Entscheiden Sie sich trotzdem für eine solche Sitzunterlage, achten Sie darauf, dass das Kind unbedingt mit dem Gurt gesichert ist. Der schräge Teil des Gurtes muss von der Schulter über die Brust verlaufen und darf auf keinen Fall am Hals des Kindes anliegen (Erstickungsgefahr!). Wenn dies doch geschehen sollte, dann ist das Kind zu klein für den Sitz! Dem helfen zwar Sitzunterlagen mit einer integrierten Gurtführung ab. Doch bieten diese bei weitem keine so hohe Sicherheit wie ein spezieller Kindersitz.

Je nachdem, was eher eintritt, ob das Kind 12 Jahre alt wird oder ob es 1,50 m groß ist, reichen die Erwachsenengurte für die Sicherheit des Nachwuchses aus. Auf einen Kindersitz kann dann verzichtet werden. Es muss natürlich nach wie vor angeschnallt sein und sollte stets auf dem Rücksitz sitzen.

Übersicht

richtig Anschnallen