Aktuelles

19.10.2009
Die kalte Jahreszeit steht vor der Tr!
Tipps zum Winterreifen!


Die Fähigkeiten von Winterreifen sind: bei Nässe, Schnee und Eis besseren Halt und kürzere Bremswege zu garantieren.
Ein Beispiel zum Bremsen:
Auf einer festgefahrenen Schneedecke stehen Sie bei einer Vollbremsung aus 40 km/h mit Winterreifen nach ca. 16 m.
Bei den gleichen Bedingungen stehen Sie mit Sommerreifen aber erst nach ca. 38 m.
Der Bremsweg ist also mehr als doppelt so lang!
Worauf es ankommt, ist der Unterschied in der Gummimischung. Winterreifen werden im Gegensatz zu
Sommerreifen mit einer thermoelastischen Gummimischung hergestellt.
Das bedeutet, dass sie auch bei niedrigen Temperaturen noch ausreichend weich sind und damit die wichtigsten Anforderungen an einen Reifen erfüllen: Den Fahrbahnkontakt halten und die Bremswege verkürzen.

Rechtslage

Der Verordnungsgeber hat die auch bislang schon geltende Pflicht, die Ausrüstung von Kfz an die Wetterverhältnisse anzupassen, nun ausdrücklich in der Straßen-Verkehrsordnung (StVO) hervorgehoben. Diese Klarstellung trat am 01.05.2006 in Kraft.

§ 2 Abs. 3a StVO lautet wie folgt:

"Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage. Wer ein kennzeichnungspflichtiges Fahrzeug mit gefährlichen Gütern führt, muss bei einer Sichtweite unter 50 m, bei Schneeglätte oder Glatteis jede Gefährdung anderer ausschließen und wenn nötig den nächsten geeigneten Platz zum Parken aufsuchen."

Seitens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung wird betont, dass damit keine so genannte "Winterreifenpflicht" verbunden ist. Allerdings muss - weiterhin - bei plötzlich eintretenden winterlichen Wetterverhältnissen und ungeeigneter Bereifung notfalls auf die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr verzichtet werden. Ob die jeweilige Bereifung geeignet ist, hängt vom konkreten Einzelfall (Wetter und Zustand der Reifen) ab.

Verstöße werden mit einem Verwarngeld von 20 Euro geahndet.
Bei Behinderung des Verkehrs sind sogar 40 Euro fällig.
Bußgelder gab es auch schon früher, neu ist, dass diese jetzt ausdrücklich im Bußgeldkatalog aufgenommen wurden.

Wichtig: Der neue § 2 Abs. 3a, gilt nicht nur für den Winter, sondern für alle Wetterverhältnisse.


Unsere Reifen-Tipps für Sie


Komplett wechseln
Immer alle vier Reifen wechseln, sonst gerät Ihr Wagen leicht ins Schleudern.
Radmuttern nachziehen
Nach jedem Wechsel der Reifen sollten Sie die Radmuttern nach ca. 50-80 km nachziehen lassen.
Mindestprofil
Wir empfehlen ein Mindestprofil von 4 mm, gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 mm.
Haltbarkeit
Spätestens nach sechs Jahren sollten Sie neue Winterreifen kaufen, da sich die Gummimischung mit der Zeit verhärtet und der Reifen so seine oben beschriebenen positiven Eigenschaften verliert.
Korrekte Lagerung
Trocken, dunkel (UV-Licht frei), kühl (15-25 Grad Celsius) und mit mäßiger Belüftung, mindestens 1 Meter entfernt von Wärmequellen, nicht mit Ölen, Fetten, Kraftstoffen oder Chemikalien in Berührung kommen lassen.
Im Winterurlaub
In manchen Regionen der Schweiz und Österreich gibt es Vorschriften zur Benutzung von Winterreifen, manchmal sind sogar Schneeketten vorgeschrieben.
Ganzjahresreifen
Ganzjahresreifen mit M+S-Zulassung sind nur eine Kompromisslösung. Zwar sind sie im „normalen“ Winter besser als ein Sommerreifen, doch bei richtig harten winterlichen Bedingungen reichen sie nicht an die Leistung eines echten Winterreifen heran.

Was ist ein guter Winterreifen?

Eine gesetzliche Definition von Winterreifen gibt es nicht, weil bislang in den europaweiten, standardisierten Tests keine unter winterlichen Bedingungen vorgesehen sind.
Nach Auswertung zahlreicher Reifentests sowohl der unabhängigen Fachpresse als auch seitens der Industrie lassen sich aber dennoch eindeutige Merkmale für Winterreifen ausmachen. Anhand dieser Testergebnisse kann der Verbraucher die sicherste Auswahl nach seinen Einsatzbedingungen treffen. Äußere Merkmale, die auf Winterreifen hinweisen sind: M+S-Kennzeichnung, Schneeflockensymbol, Lamellen. Besonders wichtig für die Eignung eines guten Winterreifens sind:
 
Korrekte Profiltiefe

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt europaweit bei 1,6 Millimetern. Experten warnen jedoch davor, Winterreifen bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe abzufahren. Der Reifen kann seine Wintertauglichkeit verlieren, wenn die Profiltiefe 4 Millimeter unterschreitet.
In Österreich zum Beispiel ist es daher gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Winterreifen mindestens 4 Millimeter Profiltiefe haben muss. Unterhalb von 4 Millimetern sind die Lamellen, die die Griffkanten des Reifens vergrößern, nicht mehr vollständig vorhanden. Dadurch verliert der Reifen eine der wesentlichen Merkmale eines Winterreifens. Oft ändert sich auch die Zusammensetzung der Gummimischung, wenn man näher an die Mindestprofiltiefe kommt. Um die Fahreigenschaften des Winterreifens zu verbessern, liegt unterhalb der Laufstreifenmischung eine härtere Mischung, die für Fahrstabilität sorgt. Wenn diese härtere Mischung erreicht wird, weist der Winterreifen deutlich schlechtere Winter- und Nässeeigenschaften auf.

M+S-Kennzeichnung (auch M/S und MS)

Diese Kennzeichnung darf jeder Hersteller an seinen Reifen anbringen, ohne dass es dafür rechtliche Grundlagen gibt. M+S steht dabei für Matsch und Schnee, oder auch englisch für Mud and Snow. In den 50er Jahren begann man damit, grobstolligere Profile für Matsch und Schnee mit diesem Zeichen zu kennzeichnen. Inzwischen gibt es Länder, in denen nahezu jeder Reifen diese M+S-Kennzeichnung trägt, egal, ob Winterreifen oder nicht. Die Aussagekraft über die Wintereigenschaften ist daher begrenzt.

Schneeflockensymbol

Hinter dem Schneeflockensymbol steht eine vereinheitlichte Prüfung mit definierten Kriterien. Hier wird der Reifen mit einem standardisierten Reifen verglichen. Schafft der Reifen bessere Werte als der Vergleichsreifen, erhält er das Schneeflockensymbol. Diese Prüfung wurde nötig, nachdem in den USA fast ausschließlich Reifen mit M+S- Kennung angeboten wurden und die Verbraucher nicht mehr unterscheiden konnten, ob ein Reifen Wintereigenschaften aufwies, oder nicht. Seit etwa fünf Jahren setzt sich das Schneeflockensymbol auch in Europa immer mehr durch und steht mittlerweile als eine Art Gütesiegel für Winterreifen. Ein mit einem Schneeflockensymbol ausgezeichneter Reifen befindet sich in der Regel im oberen Drittel der Leistungsfähigkeit von Winterreifen, wie Zeitschriftentests immer wieder belegen.
 
Lamellen (feine, meist wellenförmige Profileinschnitte)

Die feinen Profileinschnitte sorgen für den gewünschten Verzahnungseffekt mit der Fahrbahnoberfläche, indem sie zusätzliche Griffkanten bilden. Winterreifen weisen bis zu 2000 Lamellen auf und unterscheiden sich dadurch schon auf den ersten Blick von Sommerreifen, die entweder keine oder nur wenige Einschnitte in ihren Profilklötzen haben. Neben den meist wellenförmig ausgeführten Lamellen gibt es auch wabenförmige oder gerade Lamellen. Hier hat jeder Hersteller sein eigenes Profil entwickelt. Allen gemeinsam ist die Erhöhung der Kantenlänge und damit der bessere Grip auf die Fahrbahnoberfläche.

Spezielle Laufflächenmischung

Winterreifen haben eine spezielle Laufflächenmischung, die dafür sorgt, dass das Gummi auch bei tieferen Temperaturen nicht verhärtet. Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifenmischungen können Experten anhand der Härte der Laufstreifenmischung erkennen. Für Laien sind die Unterschiede kaum zu sehen. Erst im Vergleich fallen Unterschiede auf, wenn man zum Beispiel mit dem Fingernagel auf das Gummi drückt.

Neben reinen Sommer- und Winterreifen gibt es auch so genannte Ganzjahresreifen (All Season). Diese Reifen stellen einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen dar. Auch Ganzjahresreifen können ein Schneeflockensymbol tragen, eine M+S Kennung haben sie alle.

Unsere Empfehlung ist eindeutig:
Winterreifen im Winter,
Sommerreifen im Sommer - der Sicherheit wegen!


Winterreifen: Was machen unsere Nachbarn?
Jedes Jahr zur neuen Winterreifensaison beginnt in Deutschland von neuem die Diskussion darüber, ob hierzulande eine entsprechende Pflicht eingeführt werden soll. Das Thema Winterreifen ist aber nicht nur in Deutschland ein Thema, sondern betrifft auch Autofahrer und Touristen im europäischen Ausland, wo es teilweise bereits seit Längerem spezifische Regelungen zum Gebrauch einer Winterausrüstung gibt. Wie diese Regelungen in Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien, Finnland, Schweden, Norwegen und in anderen europäischen Ländern aussehen, erläutert der nachfolgende Bericht.

Frankreich:

In Frankreich gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Dennoch kann eine entsprechende Bereifung auf Gebirgsstraßen durch Schilder angeordnet werden; dies gilt auch für Schneeketten auf schneebedeckten Straßen. Die Verwendung von Spikes ist in Frankreich von Anfang November bis Ende März erlaubt, allerdings nur für Fahrzeuge bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht, für die dann Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten (90 km/h außerorts, 50 km/h innerorts). Außerdem ist eine Plakette am Fahrzeug anzubringen, die auf die Verwendung der Spikes hinweist.

Schweiz:

Eine grundsätzliche Winterreifenpflicht gibt es auch in der Schweiz nicht. Dennoch ist die Verwendung von Winterreifen empfehlenswert, da im Falle eines Unfalls, der nachweislich auf Sommerreifen zurückzuführen ist, eine erhebliche Mithaftung in Betracht kommt. Die Schweizer Vollkaskoversicherung verweigert in der Regel die Eintrittspflicht. Schneeketten und Spikes sind optional, können aber auch durch Schilder vorgeschrieben werden (gilt auch für Allrad-Fahrzeuge). Die meisten Autobahnen der Schweiz dürfen nicht mit Spikes befahren werden. Auch gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 bzw. 50 km/h.

Österreich:

Ohne Winterreifen wird's in Österreich teuer !
In Österreich gilt ab 1. Januar 2008 absolute Winterreifenpflicht.
Automobile Geschäftsreisen ohne die richtigen Pneus werden richtig teuer.

In Österreich drohen Dienstwagen- und allen anderen Autofahrern Führerscheinentzug und hohe Bußgelder, wenn sie nicht die passenden Pneus aufgezogen haben. Das gilt auch für Transitreisende. Ab dem 1. Januar 2008 beginnt im Nachbarland die Winterreifenpflicht. In Zukunft wird sie aber vom 1. November bis 15. April gelten - wenn „winterliche Fahrbahnverhältnisse" herrschen, sprich: bei Schnee, Matsch oder Eis. Anders als in Deutschland, wo keiner so recht weiß, was im Winter erlaubt ist und was nicht, ist die Winterreifenpflicht der Alpenrepublik eine echte.


Ob Winterreifen notwendig sind oder nicht, werden in der Praxis aber allein die strengen österreichischen Polizisten beurteilen. So droht Autofahrern, die mit Sommerreifen Alpenpässe befahren und dabei den Verkehr gefährden, eine richterliche Strafe bis zu 5.000 Euro. Einfache Verstöße kosten 35 Euro. Die Polizei kann auch sofortige Fahrverbote aussprechen. Ausnahmen: Wer mit Sommerreifen nur parkt oder auf der Antriebsachse mit Schneeketten fährt, hat nichts zu befürchten.

Italien:

Es gibt keine Pflicht, Winterreifen zu benutzen, obwohl dies für bestimmte Strecken vorgeschrieben werden kann. Über die Verwendung von Schneeketten gibt es in Italien keine besonderen Vorschriften. Wer mit Spikes fahren möchte, muss sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten (90 und 50 km/h).

Finnland:

In Finnland gilt uneingeschränkt vom 1. Dezember bis Ende Februar eine Winterreifenpflicht, die seit 1999 auch ausländische Fahrzeuge einschließt.

Lettland:

In Lettland gilt – wie in Finnland – eine Winterreifenpflicht vom 1. Dezember bis Ende Februar.

Norwegen:

Für ausländische Fahrzeuge sind in Norwegen Winterreifen nicht zwingend vorgeschrieben, obwohl sie empfohlen werden. Norweger hingegen müssen sich einer Pflicht unterwerfen.

Schweden:

Auch in Schweden sind Winterreifen in der kalten Jahreszeit für ausländische Fahrzeuge nicht vorgeschrieben, wohl aber für inländische.

Slowenien:

In Slowenien gilt vom 15. November bis zum 15. März eine Winterausrüstungspflicht. Dies bedeutet entweder Winterreifen oder Radialreifen mit einer Mindestprofiltiefe von vier Millimeter; nach slowenischem Gesetz reichen allerdings zwei Winterreifen pro Fahrzeug aus.

Ein letzter Tipp:

Auch wenn es noch so kalt ist, sollten Sie sich nicht in der dicken Winterjacke hinters Steuer setzen, da der Sicherheitsgurt nicht straff genug am Körper anliegen kann und er sie so im Falle eines Unfalls nicht richtig schützen kann.