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08.05.2009
Junge Fahrer, alte Autos: Gefährliche Mischung?
DEKRA startet kostenlose Safety-Check-Aktion für junge Fahrer im Landkreis Vechta an Adolf-Kolping-Schule in Lohne, Qualifikation für „Schutzengel“


„ Jetzt muss ich handeln“, sagte Christoph D., als DEKRA-Prüfingenieur Günther Meyer an seinem 14 Jahre alten Golf den Saftety Check abgeschlossen und ihm die Mängel erklärt hatte. „Die Substanz dieses Autos ist trotz des Alters durchaus akzeptabel“, befindet Meyer, „doch sind an dem Fahrzeug einige erhebliche sicherheitsrelevante Mängel vorhanden: Abgefahrene Vorderreifen, defekte Scheinwerferregulierung (Blendgefahr des Gegenverkehrs) und nicht zulässige Bauartveränderungen an Auspuffanlage und Luftfiltersystem“. Dieser Luftfilter sprang auch Landrat Albert Focke, der die Schirmherrschaft für den Landkreis Vechta übernommen hat, sofort ins Auge und die Schüler staunten nicht schlecht, als er auch noch die richtige Diagnose für die abgefahrenen Vorderreifen parat hatte: Spurfehler. Gewerbelehrer Andreas Landwehr hatte seine Schützlinge, Auszubildende im Kfz-Handwerk und im Landmaschinenbau des 3. Ausbildungsjahres im 30 Minuten-Takt bestellt. „Bis auf ein Fahrzeug wiesen alle 11 geprüften Fahrzeuge erhebliche Mängel und teilweise nicht zulässige Bauartveränderungen auf“, erläuterte DEKRA Niederlassungsleiter Uwe Hildebrand den anwesenden Schülern sowie Landrat Albert Focke, Schulleiter Hubert Bertke, Lehrer Andreas Landwehr, Sicherheitsbeauftragte Petra Ahlers-Bartke und Andreas Gobba sowie Thorsten Böhmer von der Kreisverkehrswacht Vechta und Thomas Schlarmann, stellvertr. Leiter der Polizeistation Lohne.
„Die Polizei wird heute nicht eingreifen“, versprach Hildebrand „wir wollen sensibilisieren und direkt am Fahrzeug aufklären“. Doch wies er auf die Folgen, insbesondere für junge Kraftfahrer hin, wenn sie mit Mängel behafteten Fahrzeugen und illegalen An- und Umbauten unterwegs sind:
- Anzeige wegen technischer Mängel
- Fahren ohne Versicherungsschutz bei Bauartveränderungen
- Mitteilung der Polizei an die Fahrerlaubnisbehörde mit Konsequenzen 
zur Teilnahme an einem Aufbauseminar und Verlängerung der Probezeit
- Kosten für evtl. Sicherstellungsmaßnahmen und Begutachtungen durch die Polizei und Sachverständige
Anhand des Beispieles des untersuchten Golf von Christoph D. machte Hildebrand deutlich, dass man für die Kosten der Strafverfolgungsbehörden das Fahrzeug ganz locker instandsetzen könnte. „Doch das ist offensichtlich das Problem“, erläutert Schulleiter Hubert Bertke, „die jungen Leute stoßen bei dem Fahrzeugbetrieb teilweise an finanzielle Grenzen
und nehmen offensichtlich teilweise Mängel wissentlich in Kauf, wie die Aktion heute zweifelsfrei bewiesen hat“.
Thorsten Böhmer von der Verkehrswacht ,selbst Fahrsicherheitstrainer , mahnte die Jugendlichen, sich um den Zustand ihrer Fahrzeuge zu kümmern. „Wir führen hier im Landkreis Vechte sehr viele Sicherheitstrainings im Rahmen des Schutzengelprojektes, besonders mit jungen Fahrern, durch. Doch dies nützt alles nichts, wenn die Autos im schlechten Zustand sind“.
DEKRA führt diese Aktion bundesweit an allen Prüfstationen kostenlos für 18 – 24 jährige Autofahrer durch. Im Landkreis Vechta sind das die Prüfstationen an der Niederlassung, am Lattweg 21A in Vechta und im Motorpark Lohne, direkt an der Autobahn, Von-Siemens-Str. 1.
Die DEKRA-Ingenieure erläutern den Zustand des Fahrzeuges direkt vor Ort und geben die Feststellungen für evtl. anstehende Reparaturen in einer Fachwerkstatt schriftlich mit.

Die Landkreise Vechta und Cloppenburg fördern diese Aktion und schenken den Safety Check Teilnehmern innerhalb der ersten 2 Wochen, also bis zum 22. Mai, ein Qualifizierungsjahr. Nähere Infos gibt es unter www.schutzengelprojekt.de