Aktuelles

05.02.2009
Neue Bu▀gelder gegen Hauptunfallursachen ab 1. Februar 2009



Die neuen Obergrenzen für Bußgelder sollen für mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen sorgen. Sie zielen vor allem auf die Hauptursachen für Unfälle, insbesondere 

      • unangepasste Geschwindigkeit,
      • gefährliche Überholvorgänge,
      • Verstöße gegen die Vorfahrt,
      • Rotlicht-Verstöße,
      • zu geringer Abstand.

Die Änderungen im Bußgeldkatalog dienen daher der Verkehrssicherheit, es geht nicht um eine durchgehende Anhebung der Geldbußen. Bei Verwarnungsgeldern oder Parkverstößen bleibt alles beim Alten. Auch die Dauer der möglichen Fahrverbote bleibt unverändert. Vor allem Raser und Drängler und diejenigen, die sich im Verkehr besonders rücksichtslos verhalten und andere vorsätzlich gefährden, müssen mit deutlich höheren Bußgeldern rechnen.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verkehrstoten auf rund 4500 gesunken. Ursache für fast alle Unfälle (95 Prozent) ist menschliches Fehlverhalten. Im europäischen Vergleich lagen Bußgelder in Deutschland bisher in einem niedrigen Bereich. Staaten wie die Niederlande, Großbritannien und Schweden haben die besten Unfallbilanzen - dort liegen die Geldbußen für gefährliche Verstöße um ein Vielfaches höher. Eine Anpassung der Obergrenzen war daher sinnvoll und notwendig.

Die neuen Bußgeldobergrenzen sind durch eine Änderung des Straßenverkehrsgesetzes eingeführt worden. Die Bußgeldkatalog-Verordnung tritt zum 01.02.2009 in Kraft.

Den kompletten Bußgeldkatalog finden Sie im Bereich "Download".

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
Verkehrsverstoß
Bußgeld (EUR) bis 31.01.2009
Bußgeld (EUR) ab 01.02.2009
unangepasste Geschwindigkeit
50
100
Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot
40
80
Fehlverhalten auf Autobahnen (z.B. Wenden, Rückwärtsfahren, Vorfahrtsverletzung usw.)
40 - 150
70 - 200
zu geringer Abstand
40 - 250 (gestaffelt nach Geschwindigkeit und Abstand)
75 - 400 (gestaffelt nach Geschwindigkeit und Abstand)
Tempolimit missachtet (innerorts) *)
50 - 425 (nach Höhe der Geschwindigkeits-überschreitung)
80 - 760 (nach Höhe der Geschwindigkeits-überschreitung)
Tempolimit missachtet (außerorts) *)
40 - 375 (nach Höhe der Geschwindigkeits-überschreitung)
70 - 600 (nach Höhe der Geschwindigkeits-überschreitung)
keine Rücksichtnahme auf schwache Verkehrsteilnehmer
60
80
Fehlverhalten an Fußgängerüberwegen
50
80
Fehlverhalten an Bahnübergängen
50 - 450
80 - 700
gefährliches Überholmanöver
40 - 125
Verdopplung der jeweiligen Bußgeldsätze (80 - 250)
Vorfahrt missachtet
50
100
Drogen und Alkohol am Steuer
250 (erster Verstoß)
500 (zweiter Verstoß)
750 (dritter Verstoß
500 (erster Verstoß)
1000 (zweiter Verstoß)
1500 (dritter Verstoß)
Null-Promille-Regel für Fahranfänger nicht eingehalten
125
250
Rote Ampel missachtet
50 - 200
90 - 360
Durchführung illegaler Kfz-Rennen
200 (Veranstalter)
150 (Teilnehmer)
500 (Veranstalter)
400 (Teilnehmer)
Fahren mit nicht verkehrssicheren Kfz
50 - 150
80 - 270
Überladung um mehr als 5 Prozent (Lkw)
bzw. 20 Prozent (Pkw)
50 - 200 (Fahrzeugführer Lkw)
75 - 225 (Fahrzeughalter Lkw)

50 - 125 (Pkw)
80 - 380 (Fahrzeugführer Lkw)
140 - 425 (Fahrzeughalter Lkw)
95 - 235 (Pkw)
Lkw-Sonntagsfahrverbot nicht eingehalten
40 (Fahrer)
200 (Halter)
75 (Fahrer)
380 (Halter)
*) ab 16 Km/h bei Lkw und Bussen, ab 21 Km/h bei Pkw

Quelle: BMVBS