Aktuelles

22.06.2017
HELFEN STATT GAFFEN
Neue Verkehrssicherheitskampagne gestartet


Am Mittwoch, den 21. Juni , hat Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, die Verkehrssicherheitskampagne „HELFEN STATT GAFFEN“ auf der TuR-Anlage Lehrter See an der A 2 vorgestellt. In Niedersachsen starten – wie in den kommenden Tagen und Wochen in weiteren Bundesländern - die Sommerferien. Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, und weitere Partner haben den Ferienanfang in Niedersachsen zum Anlass genommen, gemeinsam an die Öffentlichkeit zu appellieren, auch bei möglicherweise stressigen Autofahrten wachsam für die Notsituationen anderer zu bleiben.

Bei der Kampagne kooperiert das Innenministerium mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V., dem ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, der Johanniter Unfall-Hilfe e.V., dem Landesfeuerwehrverband sowie der Polizei Niedersachsen.

Immer öfter hört man in den Nachrichten oder liest es in der Zeitung: Gaffer behindern Rettungskräfte bei der Versorgung der Verletzten! Die Menschen schauen nicht nur aus eigener Neugier, sondern sie nehmen Fotos und Videos auf, um zum Geschichtenerzähler zu werden – auf Kosten der Opfer. Und oft geht es um Leben und Tod, doch Gaffer haben nur eines im Sinn: spektakuläre Fotos und Videos.

„Wer schon einmal eine Panne hatte oder an einem Unfall beteiligt war, weiß wie wichtig es ist, schnelle und effektive Hilfe zu erhalten“ so der Minister. „HELFEN STATT GAFFEN“ steht dabei für zahlreiche Möglichkeiten, mit denen wirklich jeder in Notfällen helfen kann. Einfache aber effektive Maßnahmen sind etwa das Absetzen eines Notrufes, die Einleitung Erster Hilfe Maßnahmen oder die Bildung einer Rettungsgasse“.

Der Bereichsleiter für Einsatzdienste der Johanniter im Landesverband Niedersachsen/Bremen, Thorsten Ernst sagt hierzu: „Die Praxis zeigt leider immer wieder, dass Gaffer uns im Einsatz behindern und dadurch entscheidende Sekunden verstreichen. Früher waren es meist nur Schaulustige am Rande, heute wird vielfach direkt mittendrin fotografiert und gefilmt, um das Ganze anschließend im Internet zu verbreiten. Das ist respektlos gegenüber Opfern und Rettungskräften und kann im Zweifel Leben kosten.“

Dr. Erwin Petersen, Vizepräsident der Landesverkehrswacht fügt hinzu: „Es wird kaum Rücksicht auf die Opfer oder das Leid der Angehörigen genommen. Unfallopfer sind häufig schneller im Internet zu sehen, als auf dem OP-Tisch. Die zunehmende Skrupellosigkeit der Gaffer wird immer mehr zu einer Belastung für Polizei, Feuerwehr, Ärzte und Sanitäter. Die Schaulustigen vergessen offenbar: Sie selbst oder einer ihrer Angehörigen könnten das Opfer am Unfallort sein.“

Stellvertretend für die haupt- und nebenamtlichen Feuerwehren in Niedersachsen stellte die Feuerwehr Lehrte bei der Vorstellung der Aktion „HELFEN STATT GAFFEN“ an der Tank- und Rastanlage Lehrter See der Bundesautobahn A 2 ihren Ausbildungs- und Ausrüstungsstand vor. Die Feuerwehr Lehrte hat in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Polizei ihre Arbeit auf der Autobahn vorgestellt und eine typische Unfallsituation simuliert. Außerdem wurden weitere Servicethemen rund um den Start in die Reisezeit wie Ladungssicherung, Absicherung von Unfallstellen oder Tipps für lange Autofahrten angeboten.

Hier der Link zum Film:

https://www.youtube.com/watch?v=EBstm28nA1Y

Quelle: LVW