Aktuelles

13.01.2015
2015 ändert sich für Autofahrer einiges
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick


 

 

Im Jahr 2015 ändert sich für Autofahrer einiges.

Worauf Sie bei Kurzzeitkennzeichen, Verbandskästen und dem Autokauf achtgeben müssen, haben wir hier zusammengestellt.

 Ab 01. Januar 2015

•Besitzer können ihren Wagen alternativ über das Internetportal des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) abmelden.

•Auf den Nummernschildern und im Fahrzeugschein werden bei der Zulassung verdeckte QR-Codes angebracht.

•Bei einem Umzug innerhalb des Bundesgebietes kann jeder Halter sein bisheriges Kennzeichen behalten.

•Neu angeschaffte Verbandskästen müssen der veränderten neuen DIN-Norm 13164 entsprechen. Verbandskasten generell nur bis zum Erreichen des Ablaufdatums nutzen!

•Neuwagen nur noch mit der Abgasnorm Euro 6 ! Die Hersteller haben ihr Motorenprogramm auf diese Norm umgestellt.

Ab 01. April 2015

•Kurzzeitkennzeichen dürfen nun auch am Standort des Fahrzeuges von den Zulassungsbehörden ausgegeben werden. Das Fahrzeug wird dann identifiziert und mit Schildern versehen. Das Fahrzeug muss eine gültige HU (Hauptuntersuchung) haben, diese muss im Fahrzeugschein eingetragen sein.

•Fahrten ohne gültige HU dürfen nur noch bis zur Werkstatt oder Zulassungsbehörde gemacht werden.

Ab 01. Juli 2015

•Die LKW-Maut I wird ausgeweitet. Auch weitere 11000 Kilometer vierspurige Bundesbahnen sollen neben Autobahnen und bestimmten Schnellstraßen mautpflichtig werden.

Ab 01. Oktober 2015

•Die LKW-Maut II wird ausgeweitet. Dann sind auch Lastwagen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht Maut pflichtig.

•Neuwagen haben künftig ein automatisches Notrufsystem (E-Call) Ab Oktober ist es dann europaweit für alle neuen Modelle von PKW und leichten Nutzfahrzeugen vorgeschrieben.

 Kurzzeitkennzeichen

Die gravierendste Neuerung betrifft sicherlich die Kurzzeit-Kennzeichen: Ihre Nutzbarkeit wird ab 1. April 2015 stark eingeschränkt werden. Oldtimerfreunde und Tuningfans werden es künftig schwerer haben.

 In Zukunft gibt es zwei Möglichkeiten:

•Hat das Auto eine gültige HU, dürfen Sie damit wie bisher innerhalb Deutschlands (und innerhalb der Fünf-Tage-Frist) Überführungsfahrten unternehmen.

•Hat das Auto keine gültige HU, dürfen Sie lediglich zu einer Prüfstelle im derzeitigen Zulassungsbezirk fahren, eine HU durchführen und zurückfahren (auch wenn das Fahrzeug durchgefallen ist).

•Außerdem dürfen Sie damit eine Werkstatt im derzeitigen Zulassungsbezirk oder einem angrenzenden Bezirk besuchen und anschließend (innerhalb der Fünf-Tage-Frist) zurückfahren.

Eine Ausnahme wird nur für Fahrten in die Werkstatt oder zur Prüfstelle erlaubt sein, solange diese in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugstandortes liegt. Weiter als in einen benachbarten Kennzeichen-Bezirk darf dann nämlich niemand mehr ohne HU fahren.

Das Gleiche gilt für importierte Fahrzeuge. Diese können legal entweder nur in unmittelbarer Nähe des Ortes, an dem sie in Deutschland ankommen, oder aber per Anhänger bzw. Lkw transportiert werden. Die einzige Alternative: Ein Auto ohne gültige Hauptuntersuchung könnten Privatleute nur noch in ihrem Wohnbezirk kaufen oder verkaufen – was sicherlich einen starken Preisverfall zur Folge haben wird.

So bleibt von der Neuregelung nur eine kleine Vereinfachung: Ist das Auto zwar abgemeldet, aber es verfügt über eine gültige Hauptuntersuchung, darf man mit dem Kurzzeitkennzeichen von München nach Hamburg fahren. Das durfte man zuvor auch schon, aber jetzt ist es egal, ob das Fahrzeug mit einem Hamburger oder Münchner Kennzeichen bewegt wird.

 Elektroautos bekommen Sonderrechte

Elektroautos wird im Jahr 2015 ein eigenes Kennzeichen zur Verfügung gestellt, das ihnen gegebenenfalls bestimmte Sonderrechte zuteil werden lässt. Das Nummernschild der alternativ angetriebenen Fahrzeuge wird künftig mit einem „E“ am Ende gekennzeichnet, ähnlich dem „H“ bei historischen Fahrzeugen.

Berechtigt sind alle Autos, die mindesten 30 Kilometer rein elektrisch fahren können – also auch viele Plug-in-Hybridautos wie der Toyota Prius, der auf Langstrecken von einem Benzinmotor angetrieben wird.

Ab Februar 2015 können die Elektroautos diese Sonderrechte bekommen, beispielsweise vergünstigte Parkgebühren oder die Benutzung von Busspuren. Die einzelnen Erleichterungen müssen allerdings von Landkreisen, Städten oder Gemeinden selbst festgelegt werden. Wer ein Elektroauto besitzt, sollte sich bei seiner Kreis- bzw. Stadtverwaltung nach solchen Privilegien erkundigen.

Wer sich grundsätzlich ein Elektroauto zulegen möchte, sollte dies im kommenden Jahr tun. Nur noch 2015 gilt die Steuerbefreiung für zehn Jahre, ab 2016 wird diese Vergünstigung auf eine Dauer von fünf Jahren reduziert.

Abmeldung künftig übers Internet

Ohne lästige Warteschlange kann man sein Auto oder Motorrad ab dem nächsten Jahr abmelden. Dann ist dieser Verwaltungsakt bundesweit online möglich. In der Realität wird das aber vorläufig nur für Fahrzeuge möglich sein, die 2015 neu oder wieder zugelassen werden.

Denn hierfür sind neben dem neuen Personalausweis spezielle Codes vonnöten, die dann auf den Kennzeichen und den Fahrzeugpapieren erst ab 2015 eingetragen sind. Ummelden oder Anmelden muss man sein Fahrzeug weiterhin herkömmlich, das wird online erst ab 2017 möglich sein.

 eCall wird bei Neuwagen Pflicht

Immerhin: Wer in Zukunft umzieht oder ein Auto aus einer anderen Stadt kauft, muss das Fahrzeug zwar ummelden, kann aber das bisherige Nummernschild behalten. Auch wenn es das des bisherigen Zulassungsbezirkes ist. Die Versicherungsbeiträge werden unabhängig vom Kennzeichen in dem neuen Wohnort berechnet.

Neuwagen müssen außerdem ab 2015 mit dem sogenannten eCall-System ausgerüstet sein. Dieses registriert, wenn das Fahrzeug einen Unfall hatte, und schickt dann augenblicklich automatisiert Daten über den Standort an eine Notfallzentrale durch. Eine Telefonverbindung mit den Rettern wird ebenfalls automatisch hergestellt.

So sollen die Rettungszeiten bei Unfällen drastisch gesenkt werden. Das System arbeitet EU-weit, funktioniert also auch bei Auslandsfahrten innerhalb EU-Europas.

 Erneut Förderung für Nachrüst-Rußfilter

Die Abgasnorm Euro 6 wird im Jahr 2015 verschärft. Für Benziner bringt sie zwar keine Änderungen bei den Schadstoffwerten, für Diesel allerdings schon: Dieselmotoren dürfen pro Kilometer nur noch 80 statt wie bisher 180 Milligramm Stickoxide (NOx) ausstoßen.

Im neuen Jahr wird es aber im Gegenzug eine finanzielle Förderung für die Nachrüstung von Partikelfiltern in ältere Diesel-Pkw geben. Dafür sind insgesamt 30 Millionen Euro bereitgestellt worden. Wer einen Filter einbauen will, sollte den Antrag frühzeitig stellen – bisher war der Etat stets längere Zeit vor Ende der Förderung ausgeschöpft. Anträge sind übers Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu stellen; der Antrag muss per Post verschickt werden. Die Fördersumme pro Pkw beträgt maximal 260 Euro. 

Verbandkasten

Im neuen Jahr gibt es auch neue Verbandskästen, die dann der DI-Norm 13164 entsprechen müssen. Darin enthalten sind zum Beispiel neue Pflastersets, die besser für Kinder geeignet sind. Die alten Verbandskästen dürfen bis zum Ablaufdatum weiter genutzt werden. 

Auch kleine Lkw zahlen Autobahn-Maut

Waren kleinere LKW bislang von der Maut ausgenommen, gilt diese Maut ab Oktober 2015 auch für LKW ab 7,5 Tonnen. Dadurch müssen jetzt auch kleinere Unternehmer diese Pflichtabgabe bezahlen, sofern sie einen mittelgroßen LKW besitzen.

Wer sein Auto im nächsten Jahr stehen lässt und auf die öffentlichen Verkehrsmittel ausweicht, sollte mehr denn je darauf achten, zuvor ein Ticket zu lösen: Schwarzfahrer zahlen ab 2015 nämlich 60 statt bislang 40 Euro. 

Sonstiges

In Großbritannien und Italien werden die Strafen für Autofahrer verschärft, wenn diese unter Drogeneinfluss standen: Werden im Vereinigten Königreich beim Fahrer Ecstasy, Kokain oder Cannabis (Haschisch) im Blut nachgewiesen, kann das zu einer Geldstrafe von maximal 5.000 Pfund (rund 6.400 Euro) oder bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe sowie einer Führerscheinsperre bis zu zwölf Monaten führen. In Italien verlieren Unfallverursacher unter Drogeneinfluss ab sofort lebenslang den Führerschein.

Übrigens hilft auch die Flucht hinter die Landesgrenze einem Verkehrssündern in Zukunft nicht mehr sicher: Ab 10. Januar 2015 sind Entscheidungen nationaler Gerichte im gesamten EU-Gebiet vollstreckbar.

 

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