Aktuelles

12.01.2012
Positive Auswirkungen der 0 Promillegrenze für Fahranfänger!
BASt legt Studie vor!


Das Alkoholverbot für Fahranfängerinnenund Fahranfänger in Deutschland hat einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geleistet.

Seit 2007 gilt für Fahranfänger in der Probezeit und bis zum 21. Geburtstag ein absolutes Alkoholverbot: Fahren unter Einfluss von Alkohol ist in dieser Zeit generell untersagt.

Wer „erwischt“ wird, zahlt teilweise hohe Geldstrafen, die Probezeit verlängert sich und er muss zum Aufbauseminar, wenn nicht gar der Führerschein weg ist.

In einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurde überprüft, wie sich das neue Gesetz auf das Unfallgeschehen, auf alkoholbedingte Verkehrsverstöße sowie auf die Akzeptanz dieser Regelung ausgewirkt hat.

Für die Analyse des Unfallgeschehens wurden die Daten der amtlichen Unfallstatistik herangezogen und ein Vergleich des Unfallgeschehens von Fahranfängern unter Alkoholeinfluss vor und nach der Einführung des Alkoholverbots durchgeführt.

Einen solchen Vorher-Nachher-Vergleich gab es auch für die Analyse der Daten des Verkehrszentralregisters, in dem alle relevanten Alkoholvergehen gespeichert sind.

Für die Interpretation dieser Daten wurden außerdem Informationen über die Überwachungspraxis vor und nach Einführung der Gesetzesänderung berücksichtigt.

Ergänzend wurde zur Beurteilung der Akzeptanz des Alkoholverbots von Fahranfängern eine repräsentative Befragung von Fahranfängerinnen und Fahranfängern zu ihren Einstellungen, Verhaltensweisen und Verhaltensabsichten durchgeführt.

Ergebnis:

Das Alkoholunfallgeschehen von Fahranfängern hat sich durch die Einführung des Alkoholverbots für Fahranfänger deutlich verbessert. Die Anzahl der Unfallbeteiligten Fahranfänger mit einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 0,3 Promille ist in den ersten zwölf Monaten nach Einführung der Maßnahme im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum vor der Einführung um 15 Prozent zurückgegangen.

Allein durch die Einführung des Alkoholverbots für Fahranfänger verringerte sich die Anzahl der unfallbeteiligten alkoholisierten Pkw- Fahrer zwischen 18 und 20 Jahren (beziehungsweise mit Führerschein auf Probe) um mehr als 700 Personen.

Ein Erfolg der Einführung des Alkoholverbotes für Fahranfänger zeigte sich ebenfalls in einem Rückgang sämtlicher Alkoholvergehen in den zwölf Monaten nach Einführung des Gesetzes um 17 Prozent bei jungen Fahrerinnen und Fahrern unter 21Jahren. Im Vergleich dazu verringerte

sich die Zahl dieser Vergehen bei Personen, die 21 Jahre und älter sind ,lediglich um 2,5 Prozent.

Der Erfolg dieser Maßnahme spiegelt sich auch in der hohen Akzeptanz wieder: 95 Prozent finden laut einer Repräsentativbefragung von über 1.000 Fahranfängerinnen und Fahranfängern, dass das Gesetz zum Alkoholverbot für Fahranfänger eine sinnvolle Verkehrssicherheitsmaßnahme ist.

Über 98 Prozent der Befragten wissen, dass es für Fahranfänger verboten ist, unter Alkoholeinfluss am Straßenverkehr teilzunehmen.

Der Mehrheit (87 Prozent) ist bekannt, dass sich die Probezeit um weitere zwei Jahre verlängert, wenn gegen das Alkoholverbot verstoßen wird.

Bei den mit Alkoholkonsum verbundenen abendlichen Discobesuchen und anderen Freizeitaktivitäten wurden häufig andere Verkehrsmittel als das Auto benutzt:

41 Prozent der Jugendlichen nahmen öffentliche Verkehrsmittel,

21 Prozent fuhren mit dem Fahrrad und

46 Prozent haben sich einer Fahrgemeinschaft angeschlossen.

25 Prozent ging zu Fuß.

Sieben Prozent der Befragten gaben an, zu Hause zu bleiben, wenn sie Alkohol trinken.

Bei dieser Frage waren Mehrfachantworten möglich.

Die Einführung des Alkoholverbots für Fahranfänger hat einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in dieser Zielgruppe geleistet.

Die Stärke des prozentualen Rückgangs der Unfälle nach erfolgter Maßnahme ist vergleichbar mit den Ergebnissen aus internationalen Evaluationsstudien.

Inwieweit der deutliche Rückgang von alkoholisierten Unfallbeteiligten und Alkoholverstößen bei Fahranfängern auch längerfristig greift, müssen zukünftige Untersuchungen zeigen.

Eine nachhaltige Wirkung des Alkoholverbots ist zu erwarten, wenn eine hohe Akzeptanz des Alkoholverbots auch in zukünftigen Generationen von Fahranfängern sichergestellt ist, und wenn der Überwachungsumfang zumindest konstant bleibt, im günstigsten Fall sogar ausgebaut werden kann.