Aktuelles

19.09.2011
Achtung Wildwechsel!
Sicher fahren und richtig reagieren!


Vorsicht kann Ihr Leben retten
Dutzende Tote, mehr als 3.000 Verletzte und eine halbe Milliarde Euro Sachschaden jährlich: Alle 2,5 Minuten kollidiert in Deutschland ein Reh, ein Wildschwein oder ein Hirsch mit einem Fahrzeug. Die Dunkelziffer ist hoch. 
Wir informieren Sie darüber, wie Sie das Wildunfall-Risiko reduzieren können und was nach einem Zusammenstoß zu tun ist.


Achtung, Wildwechsel

Wildtiere müssen wandern – etwa um Nahrung oder Partner zu finden. Sie bewegen sich häufig auf vertrauten Wegen, den Wildwechseln. Verkehrswege kreuzen diese und zerschneiden Lebensräume. Deshalb werden Straßen oder Schienen regelmäßig überquert. Der zunehmende Verkehr führt dazu, dass Wildtiere und Kraftfahrzeuge sich immer öfter auf der Fahrbahn begegnen. Die Zahl der Wildunfälle ist seit 1975 um das 5-fache gestiegen. Für seltene Arten wie Luchs oder Wildkatze sind Kollisionen regional sogar Todesursache Nummer eins.

 

Tiere kennen keine Verkehrsregeln
Tiere queren Verkehrswege ohne Warnung – zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Viele Arten wie das Reh sind jedoch besonders aktiv in der Morgen- und Abenddämmerung. Dieses typische Verhalten bietet auf der Suche nach Futter, Partnern oder Wohnraum

Schutz. Allerdings sind heute in der Dämmerung auch viele Berufspendler unterwegs.

Besonders im Frühjahr und Herbst, wenn die Tage kürzer sind, steigt das Unfallrisiko für Mensch und Tier merklich an.

Sehr unfallträchtig: Straßen durch den Wald sowie entlang von unübersichtlichen Wald- und Feldrändern.


So reduzieren Sie das Wildunfall-Risiko


Wildunfälle können zu jeder Tages- und Jahreszeit passieren.

Auch dort, wo kein Warnschild „Wildwechsel“ steht.

Deshalb gilt grundsätzlich:

Fuß vom Gas im Wald und an unübersichtlichen Wald- oder Feldrändern. Bei Tempo 60 ist der Bremsweg 35 Meter lang, bei Tempo 100 bereits 79 Meter!

Erhöhte Vorsicht auf neuen Straßen durch den Wald.
Wild ändert vertraute Wege kaum.


Wenn Wild an oder auf der Straße steht:

Abblenden, kontrolliert abbremsen und hupen: Wildtiere können die Geschwindigkeit von Fahrzeugen nicht einschätzen.
Grelles Scheinwerferlicht macht sie zudem orientierungslos.

Mit Nachzüglern rechnen. Wildschweine, Rehe und andere Arten leben oft gesellig.
Panische Tiere queren zudem oft unvermittelt die Straße.


Deshalb: langsam weiterfahren – auch wenn kein Wild mehr zu sehen ist.


Wenn Kollision unvermeidbar ist:

Besser kontrollierter Aufprall als unkontrolliertes Ausweichen.
Wildunfälle lassen sich nicht immer verhindern.
Im Ernstfall Lenkrad festhalten, geradeaus fahren und dabei bremsen.
Riskante Ausweichmanöver gefährden den Gegenverkehr oder enden schnell am Baum.

 

Das sollten Sie nach Wildunfällen tun

Kontrolliert anhalten.

Unfallstelle sichern (z. B. Warndreieck, Blinklicht) und bei Personenschaden Hilfsmaßnahmen einleiten.

Polizei oder Jäger benachrichtigen und Wildunfall

bestätigen lassen.
Achtung: Meldepflicht für Wildunfälle in vielen Bundesländern.

 

Tierschutz beachten !
Unfall grundsätzlich melden, selbst wenn kein sichtbarer Schaden entstanden
ist.
Ein Jäger kann verletztes Wild dann mit speziell ausgebildeten Hunden aufspüren.