Aktuelles

23.12.2010
Blecherne Todesfalle hilft bei der Prävention !
Verkehrswacht übernimmt nach Horrorunfall Weyher Wrack und hofft auf Aufklärung mit Langzeitwirkung !


Das Blut am Airbag,ein Schuh, der für immer hinter dem Fahrersitz festklemmt:
Zwei Details, die Rahman Bekci und seinen Mitschülern sehr deutlich klar machen, dass in dem Fahrzeugwrack, das im Lohner Motorpark vor ihnen steht, Menschen gestorben sind.

Das Wrack ist nun im Besitz der Kreisverkehrswacht Vechta.
Es soll bei der Präventionsarbeit helfen, erklärt Thomas Stransky.
Denn der Schrottwagen ist im Nordwesten eine traurig Berühmtheit.
Es ist der Audi A 3, dessen Fahrer im April 2010 in Weyhe mit einer Geschwindigkeit von 107 Stundenkilometer frontal vor einen Baum raste.

Nachts. In einer Tempo-30-Zone.Vier der sechs Insassen – darunter der 26-jährige Fahrer – starben. Zwei Mädchen, beide damals 16 Jahre alt, überlebten.
Alle kamen von einer Party. Alle, hatten Alkohol getrunken, hat die Polizei später ermittelt. Und: Keiner war angeschnallt.
„Wenn man das sieht, macht das sehr nachdenklich“, sagt
Rahman Bekci. Er kommt aus Vechta, besucht die Klasse zwölf des Fachgymnasiums der Lohner Adolf-Kolping-Schule und ist mit seinen Schulkameraden von der Verkehrswacht eingeladen worden, bei der offiziellen Vorstellung dieses neuen Bausteins in der Präventionsarbeit
dabei zu sein. Der soll nun bei den verschiedenen Angeboten zum Einsatz kommen, die Stransky und seine Kollegen vor allem für Fahranfänger machen – in Schulen, im Motorpark oder vor
Discotheken.

Der Clou ist die Dreidimensionalität, erklärt der Psychologe Dr. Oliver Monschau von der Dekra.

Der Wagen wirke stärker als jeder Film. „Er spricht die Gefühlswelt an.“
Wichtig dabei sei, dass die blecherne Todesfalle nicht einfach nur für sich genommen irgendwo steht, sagt Monschau.
Die Reste des Audi sind, um sie transportieren zu können, von der Firma Appulma umgebaut und auf einen Hänger montiert worden. Fünf  große LCD-Bildschirme sind an dem Anhänger befestigt; darüber flimmern die Infos zu dem Unfall.

„Nur das Wrack zu zeigen, wäre in der Tat eine Befriedigung
der Sensationslust der Menschen“, betont Monschau.
Das Drumherum, die Vor- und Nachbereitung durch die Verkehrswacht und der immer präsente, mediale Hinweis auf die Opfer verwandle den Blechhaufen in den nützlichen Bestandteil einer wichtigen Aufklärungskampagne.

Wie dringend die überall gebraucht wird, erklärt Walter Sieveke von der Polizei: 2334 Unfälle gab es laut Statistik im vergangenen Jahr im Kreis, 5719 in der Region. In knapp einem Drittel der Fälle war der Fahrer nicht älter als 24 Jahre.

Keine Erfahrung, dafür eine hohe Risikobereitschaft: Diese Mischung kann verhängnisvoll sein. Wobei sie für einen derart extremen Horror-Unfall wie der in Weyhe keine Erklärung sei, sagt Thomas Gissing von der Polizei Diepholz: Warum sich fünf junge Leute zu einem Betrunkenen in ein Auto zwängen und der dann mit 107 Stundenkilometer durch eine Siedlung rast, bleibe unverständlich.
Rahman Bekci sieht sich den Audi lange und sehr genau an. Noch hat er keinen Führerschein, sagt der Gymnasiast. Doch vor Weihnachten will er die Prüfung geschafft haben.

Und: Er will ein guter, ein vorsichtiger Autofahrer sein.

Quelle OV

Das Projekt wurde am 13.12.2010 im Motorpark Lohne vorgestellt.
Der Fernsehsender N3 berichtete mehrfach im Rahmen des Tagesprogramms über das Projekt. Hier klicken :  klick
Im Januar sind weitere Berichte von Fernsehsendern vorgesehen.
Bereits im September berichtet der Fernsehsender Vox in der Rubrik "Die Unfallakte" über den Unfall.

Der Vorsitzende Thomas Stransky konnte neben zahlreichen Pressevertretern auch einige politische Verantwortliche aus den Komunen begrüßen.

Bereits jetzt ist der Unfallanhänger regional und überregional für Präventionstage gebucht worden!

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter: 04441-943159 oder
über das Kontaktformular!